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Festival Alte Musik Knechtsteden mit dem Motto: DIE PHANTASTISCHEN VIER

Es ist eine schöne Tradition, die unsere österreichischen Nachbarn geprägt haben: „Jahresregenten“ nennen sie die Komponisten, derer in einem Jahr besonders gedacht wird. Und in keinem anderen Jahr ist der Plural wohl so angebracht wie heute. Zwei Geburtstage und zwei Todestage sind es, die 2009 zu einem Jahr der Musik machen, denn mit den Jubilaren Henry Purcell (350. Geburtstag) und Felix Mendelssohn-Bartholdy (200. Geburtstag) sowie den Gedenktagen für Georg Friedrich Händel (250. Todestag) und Joseph Haydn (200. Todestag) stehen vier der größten Komponisten aller Zeiten im Mittelpunkt des Interesses.

Alle vier waren nicht nur durch ein unglaubliches Talent gesegnet, sondern waren schon zu Lebzeiten weithin geachtet und begehrt. Sie hatten Chancen, wichtige Ämter und Positionen zu bekleiden und konnten Ruhm und auch finanziellen Erfolg tatsächlich selbst genießen. Interessanterweise haben alle vier ihre größten Erfolge und ihre glücklichste Zeit in London verlebt – Purcell und Händel selbstverständlich wegen ihrer Anstellungen am britischen Hof. Aber auch Haydn und Mendelssohn verdanken England und insbesondere dem weltoffenen Publikum der Hauptstadt ihre triumphalsten Erfolge.

Und noch etwas verbindet die vier deutlich über die Zufälligkeit des Gedenkjahres hinaus: alle vier schrieben durch und durch positive Musik. Unbezweifelte Humanität und eine gänzlich positive Einstellung zum Leben sprechen aus jeder Note, und Menschenliebe darf für alle als zentraler Bezugspunkt jedes Werkes gelten. Was liegt also näher, als die vier als phantastisch zu bezeichnen, als „Superhelden“ der klassischen Musik.


Und damit ist auch schon der Titel des neuen Festivals Alte Musik Knechtsteden erklärt. Denn die vier großen Komponisten bestimmen das Programm maßgeblich. Natürlich mit der einen Besonderheit, die das Festival in Knechtsteden auszeichnet: den musikalischen Entdeckungen! Nun könnte man sich fragen, ob es bei so bekannten Komponisten wie Haydn, Händel oder Mendelssohn überhaupt noch Entdeckungen zu machen gibt. Und was für welche! Kann man da nur versichern. Gerade bei den bekanntesten Meistern hat man sich lange Zeit bequem zurückgelehnt und gedacht, hier hätten vorige Generationen nun wirklich alles geleistet.

Dass aber unter den  Traditionsschichten viele Irrtümer und Missverständnisse versteckt liegen, hat erst die Historische Aufführungspraxis und das neue Interesse an den Originalquellen gezeigt. Und auch deshalb sind die Jubiläumsjahre so spannend: sie bieten Anlass, wieder einmal genau hinzuschauen. Und das haben die Musiker des Festivals Alte Musik Knechtsteden 2009 mit Hingabe, Leidenschaft und Spürsinn getan. Als Raritäten präsentieren sie nicht nur eine orchestrierte Version von Haydns Kantate „Ariadne auf Naxos“, sondern auch Mendelssohns Fassung von Händels „Dettinger Te Deum“.

Aber nicht nur in dieser direkten Begegnung, sondern auch in den anderen Programmen von der meditativen Musik des Mittelalters bis zu Henry Purcells üppig besetzter komischer Oper „King Arthur“, oder von Ferdinand Ries dramatischem Oratorium „Der Sieg des Glaubens“ bis zu Opernklassikern im Gewand der Kammermusik gibt es viele Entdeckungen zu machen.


Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie im Veranstaltungskalender und unter den nachfolgenden Downloads.