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Liidia Wygasch-Bierling
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Fachbereich für Wirtschaftsförderung
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41539 Dormagen

Kinderkolosseum mit römischen Kinderspielen und einer Gladiatorenschule

Eine Gladiatorenschule, römische Kinderspiele und erstmals regelmäßige Führungen durch das antike Kastell und Lagerdorf Durnomagus – all das erwartet die Besucher bei der Aktion „Ab in die Mitte“ vom 5. bis 28. September in der Innenstadt.

„Wir wollen die römische Vergangenheit unserer City lebendig werden lassen und damit die Identifikation der Menschen mit Dormagen stärken“, sagt der Erste städtische Beigeordnete Ulrich Cyprian. Viele Partner wirken bei diesem Projekt mit, das auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist. „Dormagen könnte heute sein, was Köln ist, wenn die Römer geografisch bessere Strategen gewesen wären“ – diese provozierende These vertrat 1968 schon der damalige Stadtdirektor Paul Wierich.

Doch auch wenn Dormagen am Ende nicht zu den großen Römerstädten zählte, sind die antiken Überreste in der City eindrucksvoll. „Der Landeswettbewerb ‚Ab in die Mitte’ war für uns Anlass, dieses Thema noch einmal ganz neu aufzugreifen“, erläutert Stadtmarketingleiter Guido Schenk (SVGD). In einem Arbeitskreis entstanden viele kreative Vorschläge. So erwartet alle jungen Dormagener am 13. September ein großes Kinderkolosseum auf dem Rathausvorplatz. Zum „Tag des offenen Denkmals“ können sie dort Schwertkämpfe ausprobieren, sich spielerisch zu Gladiatoren ausbilden lassen oder Gewandnadeln aus Bronze gießen. Der Stürzelberger Archäologe Jost Auler bietet einen Kurs „Kochen wie die Römer“ an. Auch römische Kinderspiele wird es geben. Höhepunkt ist ein Gladiator-Schaukampf, der von erwachsenen Darstellern vorgeführt wird. „Wir haben für dieses Programm renommierte Akteure gewonnen, die auch in Trier oder Xanten auftreten“, sagt Projektkoordinatorin Lidia Wygasch-Bierling von der städtischen Wirtschaftsförderung.

Ebenfalls ein Novum bei „Ab in die Mitte“: Für die Kinder erscheint erstmals eine Fibel über das römische Dormagen. Jost Auler schildert hier in altersgerechter Form das Leben im Kastell Durnomagus und begleitet den Reitersoldaten Caldinius durch seinen Alltag. Die Sacherzählung „Caldinius – Dormagens römischer Reitersoldat“ ist ab dem 13. September für 9,80 Euro im örtlichen Buchhandel erhältlich. 1000 Exemplare des Buches werden kostenlos den Schulen vor Ort zur Verfügung gestellt. „Wir wollen so schon von klein auf das Interesse für die eigene Stadt wecken“, macht Cyprian deutlich.

Ein verstecktes Kleinod in der City ist der Römerkeller, der vor nunmehr 30 Jahren entdeckt wurde. Im Souterrain des katholischen Pfarrzentrums St. Michael sind bis heute die massiven Grundmauern eines römischen Kellers zu bewundern. Auch die Treppe und der ehemalige Eingang sind noch deutlich erkennbar. Im Römerkeller präsentiert die Stadt ebenso zahlreiche weitere Fundstücke, die bei Ausgrabungen in der City auftauchten. Unter Federführung von Hermann Kienle und des städtischen Denkmalschutzbeauftragten Jürgen Waldeck wurde das kleine Museum jetzt wieder auf Vordermann gebracht. Der Römerkeller soll künftig fester Bestandteil von archäologischen Führungen werden. An den Überresten der Kastellmauer, die vor dem Historischen Rathaus aus dem Boden aufragen, will Waldeck zudem einen Lageplan des römischen Dormagens anbringen.