Joachim Braatz

o. T. 
1980 
Öl auf Leinwand 
100 x 85 cm 

Kunstsammlung Dormagen
Inventarnr.: KS000157

Joachim Braatz wird oftmals gemeinsam mit den Künstlern Otto Andreas Schreiber und Siegfried Neuenhausen genannt, wenn es um Größen der Dormagener Kunstszene geht. Braatz wurde 1925 in Breslau geboren. Nach dem Krieg in Dormagen ansässig, blieb er der Stadt zeitlebens verbunden. Braatz war lange als Illustrator tätig und beschäftigte sich intensiv mit druckgrafischen Techniken. Doch auch seine Zeichnungen und Gemälde zeugen von der unverwechselbaren Handschrift, die heitere und karikatureske Darstellungen bis hin zu morbiden und grotesk verzerrten Szenerien zu vermitteln verstand.

Lässt sich die ausgestellte Arbeit schnell als Porträt zweier Frauen vor dunklem Hintergrund bestimmen, ist die Szene bei genauerer Betrachtung weitaus weniger eindeutig. Typisch für Braatz ist, dass er das geschulte Auge des Betrachters einfordert. Die strenge Geometrie der Körper erinnert an Figurinen. Das fahle Inkarnat und die eingefallenen Gesichter wirken entkräftet und erscheinen fremd. Ist die rechte Figur scheinbar ihrem Gegenüber zugewandt, scheint sie dennoch ins Leere zu blicken. Der Schleier der vorderen Ebene schafft zusätzlich eine Distanzierung zwischen Betrachter und Bildraum, sodass die Arbeit insgesamt entrückt erscheint und in Anonymität verharrt.

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