Glücklich(es) sein: Kulturbüro verkündet Thema der D´Art 2026

Die D´Art 2026 wirft ihre ersten Schatten voraus. Mit der Bekanntgabe des Themas informiert das städtische Kulturbüro erstmals über die 20. Auflage der größten Gemeinschaftsausstellung heimischer Künstlerinnen und Künstler. Die steht ganz im Zeichen von „Glücklich(es) sein“. „Orga- und Jury-Team waren sich sofort über dieses Thema, das Kreativen hoffentlich viel Spielraum lässt, einig. Damit Kunstschaffende genügend Zeit haben, informieren wir auf vielfachen Wunsch schon sehr früh“, sagt Organisator Leopold Wolff vom Kulturbüro.

Abgeben müssen Interessierte, die mindestens 16 Jahre alt sein müssen und im Stadtgebiet wohnen oder dort künstlerisch aktiv sein müssen, ihre Kunstwerke erst in der zweiten Oktober-Hälfte des nächsten Jahres. Die D´Art wird am 20. November 2026 in der Glasgalerie des Kulturhauses Dormagen eröffnet und dort bis zum 17. März 2027 zu sehen sein. Sie wird gleichzeitig als Online-Ausstellung angeboten. „Die D´Art ist nach wie vor kein reiner Wettbewerb für Profis, sondern vor allem eine Chance für ambitionierte Kreative“, betont Leopold Wolff. Bewerberinnen und Bewerber können maximal drei Kunstwerke in Form von Bildern, Fotos, Collagen, Skulpturen und Plastiken bis zu einer maximalen Breite von 150 cm einreichen. Die Kunstwerke müssen lediglich dem Motto „Glücklich(es) sein“ entsprechen. 

Eine Jury entscheidet, welche Kunstwerke den Sprung in die Ausstellung schaffen. Die Schirmherrschaft übernehmen erneut Angelika Knauft, Geschäftsführerin des Dormagener Kosmetikinstituts Angélie Bouton, und Reinhard Knauft, Geschäftsführer und Gründer der KSWG Steuerberatungsgesellschaft mbH. 

Die Jury bilden einmal mehr Melanie Guthe, Bildende Künstlerin aus Düsseldorf, Martina Storm, Kunstlehrerin an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Nievenheim, und Holger Hagedorn, Multimedia-Künstler aus Pulheim. Bei der Organisation stehen dem Kulturbüro-Team die heimischen Kreativen Irmela Hauffe, Carolin Andritschke, Maja Wojdyla und Ulrico Czysch ehrenamtlich zur Seite.   

Die Mindestspende von fünf Euro, die statt einer offiziellen Teilnahmegebühr erhoben wird, geht an die Heilpädagogische Kindertagesstätte in Nievenheim. Fragen zur D´Art beantwortet das Kulturbüro-Team unter der Rufnummer 02133 257 4111, E-Mail: kulturbuero[@]stadt-dormagen.de

 

Gute Geister in der Kulturhalle – Galerietheater mit neuer Krimi-Komödie

Mit der Premiere der Krimi-Komödie „Gute Geister“ wartet das heimische Galerietheater am Samstag, 13. September, um 20 Uhr in der Kulturhalle Dormagen auf. Das Ensemble mit dem neuen Regisseur Sven Post studiert das aus der Feder der Autorin Pam Valentine stammende Stück schon seit Monaten ein.

Zum Inhalt: Verschwundene Schlüssel, wandernde Vasen und schief hängende Bilder sind nur einige Probleme, mit denen Makler Webster in Cobblers Cottage konfrontiert wird. Nach dem Tod des Krimiautors Jack Cameron und seiner Frau Susie spukt das Paar in seinem ehemaligen Zuhause, da Jack als Atheist keinen Zugang zum Himmel erhielt. Sie vertreiben sich die Zeit damit, den Makler und potentielle Kunden zu vergraulen, um ihre Privatsphäre zu wahren. Doch als der erfolglose  Autor Simon Willis und seine schwangere Frau Flic einziehen, ändert sich alles.

Karten gibt es im Vorverkauf zum Preis von 16 Euro im Ticket-Shop dormagen.reservix.de (ohne www.) und in der Dormagener City-Buchhandlung. An der Abendkasse wird das Ticket 20 Euro kosten.

Besucherplus beim Kultursommer Knechtsteden – Neues Konzept ging auf

1.400 Gäste verzeichneten die Organisatoren vom städtischen Kulturbüro und vom Kulturhof Knechtsteden beim nun zu Ende gegangenen Knechtstedener Kultursommer. Die beliebte Reihe hatten die Verantwortlichen neu konzipiert und den drei Comedy-Abenden zwei Konzerte in der Theaterscheune vorgelagert. Mit Erfolg, wie Kulturhof-Betreiber Archie Deneke feststellt: „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden und hatten sehr viele nette Gäste.“

Gut 900 Musikfreunde sahen die beiden von ihm organisierten Konzerte mit den Tribute-Bands „Still Collins“ sowie „Panische Zeiten“ (Udo Lindenberg) und „Vier gewinnt“ (Die Fantastischen Vier). Ein Besucherzuwachs von 400 Gästen im Vorjahr auf nun 420 Zuschauende verbuchte das Kulturbüro für die drei Comedy-Vorstellungen mit Ralf Senkel, Henning Schmidtke und Anna Schäfer. „Und das, obwohl wir diese erstmals nicht an einem Wochenende, sondern an drei Werktagen in Folge ausgerichtet haben“, fügt Kulturbüro-Leiter Olaf Moll hinzu. Freude auch beim Lions-Club Dormagen: Die Ehrenamtlichen, die das Catering übernahmen, spenden die erzielten Einnahmen und Spenden an „Klasse 2000“. Im Rahmen dieses Projekts werden an zwei Dormagener Grundschulen Seminare zu wichtigen Themen wie Konfliktbewältigung ohne Gewalt und gesunde Ernährung angeboten.

An dem neuen Konzept mit zwei Konzertabenden und drei Comedy-Vorstellungen halten die Organisatoren auch für das kommende Jahr fest. Während Kulturhof-Chef Archie Deneke derzeit noch Verhandlungen mit bekannten Coverbands führt, steht das Comedy-Programm für die Theaterscheune 2026 schon fest. Lucy van Kuhl gastiert am Dienstag, 4. August 2026, um 20 Uhr in der Theaterscheune. In ihrem Programm „Geschickt verpackt“ serviert sie musikalisch Comedy rund um aberwitzige Beobachtungen aus dem Alltag. „60 ist das neue 40“ meint Roberto Capitoni am Mittwoch, 5. August 2026, in der Theaterscheune Knechtsteden. Das deutsch-italienische Energiebündel liefert lebendige Stand-Up-Comedy in 4D: Sehen, hören, fühlen, lachen! Einen kurzweiligen Musik-Comedy-Mix mit erfrischender Leichtigkeit und tiefsinnigem Humor garantiert Jens Heinrich Claassen mit seinem aktuellen Programm „Keine Ursache“ für Donnerstag, 6. August 2026, in der Theaterscheune Knechtsteden. 

Karten für alle drei Vorstellungen sind bereits im Ticket-Shop dormagen.reservix.de (ohne www.) und in der City-Buchhandlung Dormagen erhältlich. Das Kulturbüro bietet für Frühbucher auch wieder das beliebte Abo „Drei für 45“ (alle drei Abende für nur 45 Euro) an. 

Besucherrekord beim Zonser Comedy-Festival / Lisa Feller und Ingrid Kühne kommen 2026

4.000 Gäste beim fünften Zonser Kabarett- und Comedy-Festival bescherten dem städtischen Kulturbüro einen Besucherrekord. Vier der sieben Vorstellungen auf der Freilichtbühne waren vorzeitig ausverkauft: Mirja Boes, Michael Mittermeier, Herbert Knebels Affentheater und Jürgen B. Hausmann standen ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Das regnerische Wetter am Festival-Sonntag, als das Kulturbüro mit Volker Rosin am Vormittag sowie Bernhard Hoëcker und Wigald Boning am Abend gleich zwei Top-Acts angeboten hatte, hielt weitere Interessierte vom Besuch ab. Mit mehr als 1.000 Zuschauenden an diesem Tag waren die Organisatoren aber auch so zufrieden. Nur der sehr kurzweilige Comedy-Abend mit dem nahbaren Fußball-Star Mario Balser blieb, gemessen an der Besucherzahl, hinter den Erwartungen zurück. 

„Die Veranstaltung war deutlich kurzweiliger als manches Fußballspiel und hätte mehr als 300 Gäste verdient gehabt“, sagte Kulturbüro-Leiter Olaf Moll. Sein besonderer Dank gilt den Helferinnen und Helfern der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Dormagen und des heimischen Malteser Hilfsdienstes sowie den Sponsoren evd energieversorgung dormagen, VR Bank eG, Mux & Harf Automobiltechnik, Autohaus Gottfried Schultz in Dormagen und Rheinischer Anzeiger als Medienpartner.

In trockenen Tüchern sind bereits alle Verträge für die sechste Festival-Auflage, die vom 3. bis 17. Juli 2026 auf der Freilichtbühne steigen wird. Dann werden Ingrid Kühne am 3. Juli 2026 und Lisa Feller am 9. Juli 2026 mit ihren neuen Programmen auf die Freilichtbühne zurückkehren. Karten gibt es bereits im Ticket-Shop dormagen.reservix.de und in der City-Buchhandlung, Kölner Straße 110 in Dormagen. Das komplette Programm stellt das Kulturbüro mit dem Beginn des Kartenverkaufs für alle anderen Vorstellungen am 1. November vor.

Dormagens Stolpersteine erstrahlen in neuem Glanz

Das Kulturbüro der Stadt Dormagen hat alle 39 in der Dormagener Innenstadt, in Zons und in Stürzelberg verlegten Stolpersteine gesäubert und ihnen zu neuem Glanz verholfen. Tatkräftig unterstützt wurde das Team mit Olaf Moll, Vanessa Bobela und Leopold Wolff von Bürgermeister Erik Lierenfeld, Fachbereichsleiterin Anja Bezold und der Schüler-Praktikantin Lynn Belgardt. Den im Raphaelshaus Dormagen befindlichen Stolperstein hat die dortige Otmar-Alt-Gruppe gereinigt. Stolpersteine sind quadratische, mit einer Messingplatte versehene Gedenktafeln, die die Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit wachhalten. Die Stolpersteine werden vor dem letzten selbstgewählten Wohnort der Opfer ins Straßenpflaster eingelassen. 

Im Stadtgebiet Dormagen wurden insgesamt 39 Stolpersteine von 2005 bis 2011 verlegt. Als Paten für die Stolpersteine fungierten zumeist Dormagener Schulen, die Finanzierung erfolgte gänzlich aus Spenden engagierter Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtgebiet. Maßgeblich unterstützt hat das Projekt der Verein zur Förderung der Partnerschaft zwischen Dormagen und Kiryat Ono e. V. Die Steine wurden vom Kölner Künstler Gunter Demnig gefertigt. Deutschlandweit sowie in einigen Nachbarländern hat er bereits mehr als 100.000 Stolpersteine verlegt. 

Über Details zu den Schicksalen der 39 Dormagenerinnen und Dormagener zu erfahren, denen die Stolpersteine gewidmet sind, informieren die Internetseite https://stolpersteine.wdr.de und die App „Stolpersteine NRW“. Die viel beachtete App enthält sehr interessante Informationen von inzwischen 17.262 Menschen aus rund 300 Städten und Gemeinden aus Nordrhein-Westfalen. Initiator des herausragenden Projekts ist der WDR. Das städtische Kulturbüro hat an der Initiative von Beginn an mitgewirkt.

„Die Reinigung der Stolpersteine ist weit mehr als ein Akt der Pflege – sie ist ein Zeichen unseres Engagements, die Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit wachzuhalten“, sagt Kulturbüro-Leiter Olaf Moll. „Jeder Stein erzählt eine Geschichte, die wir nie vergessen dürfen. Mein besonderer Dank gilt dem Kulturbüro, den engagierten Helferinnen und Helfern sowie allen Bürgerinnen und Bürgern, die dieses wichtige Gedenken unterstützen“, ergänzt Bürgermeister Erik Lierenfeld.

Melanie Januszok und Casimir Storm gewinnen die 19. D´Art

Dormagens größte Gemeinschaftsausstellung heimischer Kreativköpfe hat am gestrigen Mittwoch, 12. März, in der Glasgalerie des Kulturhauses ihren letzten Höhepunkt zelebriert. Bürgermeister Erik Lierenfeld und Schirmherrin Angelika Knauft zeichneten im Rahmen der Finissage die erfolgreichen Künstlerinnen und Künstler aus.

Die Rheinfelderin Melanie Januszok überzeugte mit ihrem herausragenden Acrylbild „Die Jagd“, das eine Löwin nach verschlungener Beute zeigt. Platz zwei in der Altersklasse „Ü26“ ging an Hussein Haji und sein beeindruckendes, mit Ölfarben gefertigtes Werk „Zerstörung der Seele“. Der Nievenheimer Christian Lessenich sicherte sich Platz drei mit seinem gelungenen Aquarell „Mit dem Strom“.

In der Altersklasse „U26“ behauptete sich Casimir Storm. Der 18-jährige Straberger, der die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule besucht, beeindruckte mit seinem pfiffig gestalteten Schüttelkasten „14 Bergsteiger am Mount Everest“. Vorjahressiegerin Elina Musa landete diesmal auf dem zweiten Platz. Die 19-Jährige aus Delrath verblüffte erneut mit einem Acryl-Werk, in dem die vielen Details herausragen. „Der stille Augenblick“ lautet der Titel ihres Bildes. 

Einen Doppel-Erfolg feierte Vivian Rütgens. Die 17-jährige Horremerin gewann nicht nur den dritten Preis, sondern in ihrer Altersklasse auch den erstmals ausgelobten Preis der Jury. „Life line“ hat die Schülerin der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule ihr mit Tusche gefertigtes Bild betitelt. Der Preis der Jury in der Klasse „Ü26“ ging an Beate Kortländer für ihre mit Wollfilz und Stanzresten gefertigte Skulptur „Der Eckensteher“.

„Erneut haben die Dormagenerinnen und Dormagener gezeigt, wie vielfach kreativ sie sind. Es war eine wunderbare Kunstsammlung mit beeindruckenden Werken“, betonte Bürgermeister Erik Lierenfeld. 110 Exponate von 65 kreativen Köpfen hatten der 19. Auflage mit dem Thema „Auf und Ab“ den Stempel aufgedrückt. Die Bandbreite reichte von sehenswerten Acrylbildern und Aquarellen über verblüffende Fotografien und Ölmalereien bis zu gelungenen Filzarbeiten und Zeichnungen. Die komplette Ausstellung bietet das städtische Kulturbüro weiter online auf der Webseite www.dormagen.de/dart24 an. 

Das Jury-Team bestand aus Melanie Guthe, Martina Storm, Ulrico Czysch und Holger Hagedorn. Im Orga-Team engagierten sich Carolin Andritschke, Irmela Hauffe, Maya Wojdyla und Ulrico Czysch. Mit Angelika und Reinhard Knauft hatte erstmals ein Ehepaar die Schirmherrschaft übernommen. Die Inhaberin des Dormagener Kosmetikinstituts angélie bouton und der Geschäftsführer und Gründer der KSWG Steuerberatungsgesellschaft mbH haben beide auch bereits ihre Unterstützung für die 20. D´Art im Herbst 2026 zugesagt. Das Thema gibt das städtische Kulturbüro im Sommer bekannt.

 

Kindertheater-Spaß mit Rosa Luise und Rabe Socke

(AKTUALISIERT 07.07.2025) Kindertheater-Spaß satt bietet das städtische Kulturbüro auch in den nächsten Monaten an. Vom kleinen Eisbären bis zum turbulenten Weihnachtskrimi reicht das Programm, das sich an Kinder von drei bis etwa acht Jahren richtet. „Das Interesse ist wie immer groß. Erste Veranstaltungen waren und sind ausverkauft oder stehen kurz davor“, freut sich Organisatorin Vanessa Bobela. 

Nach den ausverkauften Vorstellungen in der ersten Jahreshälfte geht es nach den Sommerferien weiter. Mit „Motte will Meer!“ hat das Kulturbüro ein Stück mit ökologischer Message, Musik und bunten Wünschen in den Spielplan aufgenommen. Das Achja!-Theater zeigt das ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Programm für Mädchen und Jungen ab vier Jahren am Dienstag, 30. September, um 10.30 und 16 Uhr in der Kulturhalle. Dort gastieren am Sonntag, 26. Oktober, um 15 Uhr erstmals die GroßstadtEngel. Das Duo liefert ein Mitmach-Konzert mit Spaß- und Ohrwurmgarantie für Familien mit Musikfreunden ab drei Jahren. 

Kleine Spürnasen ab drei Jahren sind gefragt, wenn sich Schweinchen Rosa Luise am Mittwoch, 10. Dezember, um 10.30 und 16 Uhr in der Kulturhalle auf die Suche nach den verschwundenen Weihnachtspäckchen begibt. Der witzige Weihnachtskrimi des Seifenblasen-Figurentheaters dauert etwa eine Stunde.

Im Verkauf sind auch bereits die ersten Vorstellungen im kommenden Jahr: 

Sonntag, 18. Januar 2026, 11 Uhr, Kulturhalle Dormagen: LÖWE UND MAUS 
Ein abwechslungsreiches Theaterstück mit besonderen Effekten, basierend auf der gleichnamigen Fabel von Aesop.  Für Kinder ab vier Jahren. Dauer: 45 Minuten.

Dienstag, 10. März 2026, 10.30 und 16 Uhr, Kulturhalle Dormagen: OWEI, OWEI – (NUR) EIN OSTEREI
Österlicher Kasper-Spaß mit den Bielefelder Puppenspielen. Für Kinder ab drei Jahren. Dauer: 40 Minuten

Dienstag, 28. April 2026, 10.30 + 16 Uhr, Kulturhalle Dormagen: MARIO THEATER DUISBURG – RABE SOCKE: ALLES ERLAUBT?
Eine humorvolle Figurentheater-Geschichte in wunderschönen Bildern, von poetisch bis fröhlich swingend. Für Kinder ab vier Jahren. Dauer ca. 45 Minuten

Karten für alle Vorstellungen sind im städtischen Ticket-Shop dormagen.reservix.de und in der City-Buchhandlung, Kölner Straße 110 in Dormagen, erhältlich. Die Vorstellungen sind auch im preisgünstigen Wunsch-Abo ab drei Stücken buchbar. 

Stolpersteine-App des WDR macht Erinnerung greifbar

Am 27. Januar 1945 haben sowjetische Soldaten der Roten Armee das NS-Vernichtungslager Auschwitz befreit. Mehr als eine Million Menschen sind in dem größten deutschen Konzentrationslager in den 1940er-Jahren umgekommen. Trotz der großen Aufklärungsarbeit, die im Anschluss folgte, ist Antisemitismus noch immer in der Gesellschaft verankert.

„Umso wichtiger ist es, weiter Aufklärungsarbeit zu betreiben und auch gerade junge Menschen noch mehr zu sensibilisieren“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. „Deshalb haben wir uns auch am Projekt „Stolpersteine NRW – Gegen das Vergessen“ des Westdeutschen Rundfunks beteiligt. „Es ist ein sehr gelungenes, informatives und bewegendes Projekt, in dem 15.095 Einzelschicksale aus Nordrhein-Westfalen geschildert werden.“

Aus 257 Städten und Gemeinden aus Nordrhein-Westfalen sind in der neuen, kostenlosen App „Stolpersteine NRW“ die Daten zu rund 15.000 verfolgten Juden eingepflegt worden. Auch die Stadt Dormagen hat die Geschichten von 39 Menschen aufgelistet, die in den 1940er-Jahren in Dormagen Opfern des Nationalsozialismus wurden. An sie erinnern 34 Stolpersteine in der Innenstadt sowie zwei in Zons und drei in Stürzelberg.

Eine Betroffene war die Dormagenerin und Metzgerstochter Emmi Dahl. Sie wurde 1941 mit ihrer Familie und zahlreichen anderen Juden nach Riga deportiert – in ihrem Zug traf sie einen jungen Mann namens Kurt Mendel. Sie gaben sich das Versprechen zusammenzubleiben, sollten sie überleben. Sie wurden getrennt, wussten nicht, ob der andere überhaupt noch lebte. Dem Tode nahe wurde die kranke und abgemagerte Emmi Dahl 1945 befreit und begab sich auf die Suche nach Kurt Mendel. Er hatte ebenfalls überlebt. Sie trafen sich und lösten ihr Versprechen ein: Sie heirateten und gründeten eine Familie. Es ist eine der bewegendsten und außergewöhnlichsten Liebesgeschichten mit Happy End während des Nationalsozialismus. Eine Seltenheit zu diesen grausamen Zeiten. Dieses besondere Schicksal ist in der Stolpersteine-App mit eindrucksvollen Bildern sowie einer sehr bewegenden Audiodatei zu finden, die das Schicksal der jungen Frau noch besser beleuchten. Sie war zudem in Dormagen die einzige, die die Verlegung des eigenen Stolpersteins miterlebt hat. 2005 wurde dieser in der Kölner Straße eingelassen. Sie selbst legte eine Rose darauf.

„Mit der Stolpersteine-App sollen vor allem junge Menschen angesprochen werden. Für sie ist das damals Erlebte nahezu unvorstellbar. Durch die detailliert geschilderten Einzelschicksale und Audiodateien sowie vielen Hintergrundinformationen können Interessierte die Geschichten der Deportierten viel besser nachempfinden. Es ist ein wertvolles Projekt, das die deutsche Historie auf eine persönliche Art sehr gut aufarbeitet“, sagt Kulturbüro-Leiter Olaf Moll, der zudem Mitglied der ersten Stunde des Stolpersteine-Projekts ist und sich gemeinsam mit Vera Strobel und einigen anderen Engagierten sehr für das Thema in Dormagen einsetzt. Auch dienen die Einträge als Schulmaterial für den Unterricht. 

„Olaf Moll und Vera Strobel setzen sich seit Jahren in Dormagen intensiv für die Erinnerung und das Gedenken an verfolgte Juden ein. Sie haben die Verlegung aller Stolpersteine von Künstler Gunter Demnig organisiert und gestalten die jährliche Gedenkfeier zur Reichspogromfeier. Dafür möchte ich mich erneut bei ihnen bedanken. Es ist wichtig, dass wir das Schicksal der Menschen niemals vergessen und uns immer wieder daran erinnern“, sagt Lierenfeld. 

Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es im Internet unter https://stolpersteine.wdr.de sowie in der App „Stolpersteine NRW“.