Schokolade, die mit Wind-, Sonnen- und Muskelkraft nach Dormagen kommt: Im September startet wieder eine Gruppe von fünf engagierten Dormagenerinnen und Dormagenern zur Schokofahrt nach Amsterdam. Ihr Ziel: die nachhaltig und fair produzierte Schokolade mit dem Fahrrad nach Dormagen zu transportieren. Bei der Fahrt legen die Radelnden mehr als 550 Kilometer zurück.
Die Schokofahrt gibt es seit April 2017. Einmal im Jahr machen sich engagierte Ehrenamtliche aus rund 35 Städten in Deutschland auf den Weg, um Schokolade aus Amsterdam emissionsfrei in ihre Heimatstädte zu bringen. Die Dormagener Gruppe nimmt seit 2024 an der Schokofahrt teil und startet auch 2026 wieder. Die Reise beginnt in Dormagen mit Lastenrädern und führt zur Schokoladenmanufaktur Chocolatemakers im Amsterdamer Kakaohafen. Die dort hergestellte Schokolade wird anschließend per Fahrrad zurück nach Dormagen transportiert. Diese Reise dauert sechs Tage.
„Die Schokofahrt verbindet für uns Genuss, Bewegung und Klimaschutz auf eine ganz besondere Weise. Wir zeigen, dass nachhaltiger Konsum möglich ist und auch richtig Spaß machen kann“, sagt Susanne Rückheim von der Schokofahrt Dormagen.
Die Kakaobohnen für die Segelschokolade werden direkt von Bauernkooperativen in der Dominikanischen Republik bezogen. Dort wächst der Kakao im Mischkulturanbau, was förderlich ist für fruchtbare Böden und eine größere Artenvielfalt. Der Kakao wird danach über dem Marktpreis eingekauft. Dadurch erhalten die Kakaobäuerinnen und -bauern ein existenzsicherndes Einkommen. Die Schokolade steht damit auch für faire Produktionsbedingungen und trägt das Fairtrade-Siegel. Von der Dominikanischen Republik gelangt der Kakao anschließend mit dem Segelschiff Tres Hombres nach Amsterdam. Der Transport dauert zwar länger, spart aber pro Fahrt mehr als eine Tonne CO₂ ein. In der solarbetriebenen Manufaktur werden die Kakaobohnen anschließend geröstet und zu Schokolade verarbeitet. Bei den Produktions- und Transportwegen wird auch auf Nachhaltigkeit geachtet: Gebrauchte Maschinen und kompostierbare Verpackungen werden eingesetzt und für Transporte – wo immer möglich – Lastenräder genutzt.
„Die Lieferkette der Segelschokolade ist außergewöhnlich“, sagt Lieselotte Heinz, Nachhaltigkeitsmanagerin der Stadt Dormagen. „An ihr wird sichtbar, wie Produktionsbedingungen und Transportwege klimaschonend und sozialverträglich gestaltet werden können. Das spiegelt sich zwar auch im Preis wider – dafür kann man die Schokolade aber mit gutem Gewissen genießen. Wir freuen uns, die Schokofahrt aus Dormagen auch in diesem Jahr wieder zu unterstützen und stellen gerne das Lastenrad der Stadt zur Verfügung.“
Die Segelschokolade ist für Bürgerinnen und Bürger unter anderem im Weltladen Dormagen (Kölner Straße 126) erhältlich. Dormagener Händlerinnen und Händler können die Schokolade noch bis Ende August vorbestellen und so das nachhaltige Projekt unterstützen. Die Vorbestellung erfolgt online über den Shop von Chocolatemakers. Wichtig: Bei der Bestellung muss der Hinweis „Schokofahrt #19 Dormagen“ angegeben werden, damit die Lieferung im Rahmen der Schokofahrt erfolgt. Wer die Segelschokolade künftig selbst als Verkaufsstelle anbieten möchte, kann sich mit den Organisatorinnen der Schokofahrt Dormagen in Verbindung setzen.