Seit knapp 20 Jahren zieren die beiden Bronze-Skulpturen des Künstlers Herbert Labusga den Dorfplatz in Delrath. In der Nacht zum heutigen Dienstag, 21. April, ist eine von ihnen gestohlen worden. Deshalb hat die Stadt Dormagen eine Belohnung in Höhe von bis zu 1.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung der Tat führen. Laut Polizei haben Zeugen beobachtet, wie gegen 0.40 Uhr drei mutmaßlich männliche, dunkel gekleidete Personen offenbar eine lebensgroße Kupferfigur in einen weißen Transporter luden. Offenbar hatten die Verdächtigen die Skulptur zuvor von ihrem Fundament entfernt.
Die entwendete Bronzefigur stellt einen Bauern bei der Saat dar und trägt deshalb den Titel „Sämann“. Die zweite Figur ist der „Zinkschmelzer“. Sie ist unversehrt und steht weiterhin auf dem Dorfplatz. Die Figuren wurden 2006 beziehungsweise 2007 vom Verein Team Dorfplatz Delrath direkt beim Künstler gekauft. Der Kaufpreis für den Zinkschmelzer lag damals bei 11.500 Euro, der Sämann kostete 14.000 Euro. Angaben zum Materialwert liegen nicht vor.
Zwei der Verdächtigen fuhren samt Transporter und Figur in Richtung der Johannesstraße davon. Ein dritter Beteiligter entfernte sich in einem weiteren Fahrzeug in Richtung der Straße Im Grund. Eine von der Polizei eingeleitete Fahndung verlief bislang erfolglos.
„Der Verlust trifft uns. Die Figur ist ein Stück Delrather Geschichte, mitten im Herzen des Stadtteils“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. „Deshalb hoffen wir, dass die Figur gefunden wird. Jeder noch so kleine Hinweis kann zur Aufklärung beitragen.“
Darum bittet die Polizei um Mithilfe. Zeugen, die weiterführende Hinweise zu den Verdächtigen, den Fahrzeugen oder dem Verbleib der Bronzefigur machen können, werden gebeten, sich telefonisch unter 02131 3000 oder per E-Mail an poststelle.rhein-kreis-neuss@polizei.nrw.de zu melden.
Hintergrund:
Die Skulpturengruppe stellt zwei prägende Elemente der Ortsgeschichte von Delrath dar: Der „Zinkschmelzer“ erinnert an die Delrather Zinkhütte, die von 1911 bis 1971 einer der größten Arbeitgeber vor Ort war. Der „Sämann“ steht symbolisch für die landwirtschaftliche Prägung des Ortes.