Ein Jahr nach dem Start des bislang einmaligen Pilotprojekts zur Entlastung städtischer Kitas zieht die Stadt Dormagen ein durchweg positives Fazit. Ziel des Projekts war es, die Betreuungssituation in den Kindertagesstätten nachhaltig zu verbessern und dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen. Dazu wurden in sieben städtischen Kitas die Gruppengrößen um rund 20 Prozent reduziert, während das Personal unverändert blieb.
„Wir wollten die pädagogische Arbeit wieder in den Mittelpunkt rücken und unseren Kindern mehr individuelle Förderung ermöglichen“, erklärt Bürgermeister Erik Lierenfeld. „Das Ergebnis zeigt, dass kleinere Gruppen den Unterschied machen – für die Kinder, die Mitarbeitenden und die gesamte Kita-Landschaft.“
Die verkleinerten Gruppen sorgen für spürbar bessere Betreuungsumgebungen. So sank der Lärmpegel in Spielsituationen von rund 85 auf 72 Dezibel. Kinder erleben mehr Aufmerksamkeit durch die Fachkräfte und berichten von einem höheren Wohlbefinden in der Kita. Für die Mitarbeitenden bedeutet die Maßnahme deutlich weniger Stress, eine bessere Kompensation von Ausfällen und die Möglichkeit, Fort- und Weiterbildungen wahrzunehmen. Die Zahl der so genannten gemeldeten Personalunterbesetzungen reduzierte sich im Zeitraum Oktober 2025 bis März 2026 von 39 auf 9 Meldungen. Zusätzlich konnten externe Aktivitäten wie monatliche Besuche in der Stadtbibliothek oder im Seniorenzentrum wiederbelebt und ausgebaut werden.
Eltern profitieren durch das neue Modell von stabileren Betreuungszeiten, weniger Notbetreuungen und entspannteren Bring- und Abholsituationen. Gleichzeitig wird der Austausch mit den Fachkräften erleichtert und die Planungssicherheit erhöht.
Trotz der Verringerung der Gruppengrößen erhielten alle Kinder mit einem Bedarf in Dormagen weiterhin einen Betreuungsplatz.
Aufgrund der positiven Erfahrungen wird das Pilotprojekt ab dem 1. August auf die vier Kitas der Dormagener Sozialdienst gGmbH ausgeweitet. Die Stadt setzt damit auf einen zukunftsweisenden Ansatz, um trotz Fachkräftemangel hochwertige Betreuung und Bildung in allen städtischen Kitas zu sichern. Schrittweise soll das Modell auf alle Kitas im Stadtgebiet ausgedehnt werden.
„Dieses Projekt zeigt, dass kleinere Gruppen die Qualität in Kitas deutlich erhöhen und die Arbeitsbedingungen verbessern“, resümiert Thomas Rütten, Abteilungsleiter Tagesbetreuung für Kinder. „Wir investieren bewusst in Qualität für eine bestmögliche Bildung. Das ist ein Modell, das auch für andere Städte Vorbild sein kann.“