Gneisenauplatz soll grüner, kühler und lebenswerter werden

Der Gneisenauplatz in der Innenstadt soll in den kommenden Jahren grundlegend umgestaltet und deutlich aufgewertet werden. Ziel ist es, den Platz besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen, mehr Grün in die Innenstadt zu bringen und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität für die Menschen vor Ort zu erhöhen. 

Die Planungen sehen vor, den heute stark versiegelten Platz in einen klimaangepassten und zukunftsfähigen Aufenthaltsort zu verwandeln. Dabei sollen große Teile der befestigten Flächen entsiegelt und durch neue Grünflächen ersetzt werden. Der Anteil der Grünflächen würde sich von derzeit 16 auf 35 Prozent mehr als verdoppeln, während die versiegelten Flächen deutlich reduziert werden.

Herzstück der Planung ist ein bodengleiches Fontänenfeld, das an heißen Sommertagen für spürbare Abkühlung sorgt und den Platz zugleich attraktiver macht. Ergänzt wird das Konzept durch einen Senkgarten, der Regenwasser aufnimmt, speichert und langsam versickern lässt. Das Wasser wird gezielt genutzt, um neue und bestehende Bäume zu versorgen.

„Wir erleben immer häufiger lange Hitzeperioden und Starkregenereignisse. Deshalb müssen wir unsere Städte an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen. Der Gneisenauplatz kann zeigen, wie moderner Klimaschutz und eine hohe Aufenthaltsqualität zusammengehen“, sagt Technischer Beigeordneter Dr. Martin Brans.

Besonderes Augenmerk liegt auf den bestehenden, teils alten Bäumen auf dem Platz. Durch deutlich größere Baumscheiben und bessere Standortbedingungen sollen sie langfristig erhalten und gestärkt werden. Insbesondere große Bäume leisten einen wichtigen Beitrag zur Verschattung und Kühlung der Innenstadt und sind deshalb von besonderem Wert für das Stadtklima. Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Verbesserungen vorgesehen: ein neuer öffentlicher Trinkwasserbrunnen als konkrete Maßnahme zum Hitzeschutz, zusätzliche Fahrradabstellanlagen, E-Ladeinfrastruktur, ein Quartierstisch als Treffpunkt sowie eine Aufwertung der Beleuchtung. Der Platz soll damit nicht nur grüner, sondern auch deutlich attraktiver und besser nutzbar werden.

Für die Umgestaltung kann die Stadt auf umfangreiche Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen zurückgreifen. Rund zwei Drittel der Gesamtkosten von etwa 1,1 Millionen Euro würden durch Fördermittel finanziert. Der städtische Eigenanteil läge bei rund 371.000 Euro.

Neben der beschlossenen Fördervariante wurde auch eine kostengünstigere Alternativplanung geprüft. Diese würde ebenfalls einzelne Maßnahmen zur Begrünung und Entsiegelung umfassen, bliebe nach Einschätzung der Verwaltung jedoch deutlich hinter den klimaökologischen und städtebaulichen Möglichkeiten der Fördervariante zurück.

„Mit dieser Förderung eröffnet sich die besondere Chance, ein Projekt mit Vorbildcharakter für die gesamte Stadt umzusetzen. Der Gneisenauplatz kann so zu einem Leuchtturm der Klimaanpassung in Dormagen werden und beispielhaft zeigen, wie öffentliche Plätze künftig gestaltet werden sollten: grüner, kühler und lebenswerter“, betont Klimaanpassungsmanager Janis Hackbarth.