Seit mehr als 100 Jahren ist sie ein architektonisches Kleinod an der Oberstraße in Stürzelberg: Die „Knaben-Villa“ bietet ihren Bewohnerinnen und Bewohnern hier aus großen Fenstern mit grünen Klappläden einen eindrucksvollen Blick in die Rheinaue. Das Backstein-Gebäude mit dem schmiedeeisernen Zaun davor hat seinen heutigen Namen von Rudolf Knaben. Dessen Familie hatte ursprünglich das Rittergut Heckhof in Stürzelberg gehört. 1861 wurde das Anwesen verkauft, doch Rudolf Knaben kehrte in das Rheindorf zurück und ließ sich die Villa bauen.
Über die Geschichte des Gebäudes informiert eine von vier neuen Infotafeln entlang der Oberstraße. Die Interessengemeinschaft „Zukunft Stürzelberg“ möchte den Menschen damit die Ortshistorie näherbringen und so auch die Verbundenheit mit dem Dorf stärken. Neben dem Schild zur Knaben-Villa sind so auch Infotafeln zur Kirche St. Aloysius, dem Deich-Verband und der alteingesessenen Gaststätte „Op der Eck“ an der Kreuzung zur Schulstraße entstanden. Die Interessengemeinschaft hatte dafür im vorigen Jahr 2.000 Euro aus dem Ideenwettbewerb zum 50-jährigen Bestehen der Stadt Dormagen gewonnen.
„Besonders möchten wir heute an Jost Auler erinnern“, sagt Monika Achterberg vom Organisationsteam. Der bekannte Archäologe und Historiker, dem zahlreiche Bücher über die Geschichte von Dormagen und seiner Stadtteile zu verdanken sind, hatte die Interessengemeinschaft mit seinem Wissen bei den Infotafeln unterstützt. Es war eines seiner letzten Projekte: Im August ist Jost Auler verstorben.