Ein besonderer Tag für die Realschule Hackenbroich und die Stadt Dormagen: Am Donnerstag, 1. Oktober, ist das neue Schulgebäude offiziell eröffnet worden. Mit einer Investition von rund 45 Millionen Euro hat die Stadt einen modernen und nachhaltigen Lernort für mehr als 800 Schülerinnen und Schüler geschaffen. Bürgermeister Erik Lierenfeld eröffnete das Gebäude gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Schule.
„Heute eröffnen wir nicht einfach eine neue Schule. Wir eröffnen die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Stadt Dormagen“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld in seiner Ansprache. Bereits im Oktober 2019 hatte der Rat der Stadt Dormagen die entscheidenden Beschlüsse für den Neubau gefasst. Seitdem wurde das Projekt Schritt für Schritt geplant und umgesetzt.
Auf rund 9.640 Quadratmetern Bruttogeschossfläche bietet das viergeschossige Gebäude moderne Klassen- und Fachräume sowie Bereiche für Naturwissenschaften, Kunst und Informatik. Hinzu kommen Räume für Verwaltung und Hauswirtschaft, eine Mensa sowie großzügige Außenflächen für Sport, Spiel und gemeinsame Aktivitäten.
Besonderen Wert legte die Stadt bei der Planung auf Nachhaltigkeit. Das Gebäude wurde in einer Holz-Hybrid-Modulbauweise errichtet. Insgesamt 219 Module wurden industriell vorgefertigt und anschließend vor Ort montiert. Rund 94 Prozent der Primärkonstruktion bestehen aus Holz. Eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von rund 490 Quadratmetern ergänzt das nachhaltige Gebäudekonzept.
Auch die Gestaltung der Schule folgt einem modernen pädagogischen Ansatz. Statt eines klassischen Gebäudes mit langen Fluren und aneinandergereihten Klassenräumen verfügt jeder Jahrgang über einen eigenen Bereich mit Klassenräumen, Toiletten und Lerninseln. Die Klassenräume sind zu Clustern zusammengefasst. Dadurch entstehen zusätzliche Möglichkeiten für unterschiedliche Unterrichtsformen, Gruppenarbeit, individuelles Lernen und Rückzug.
„Wir wollten nicht nur ein modernes und funktionales Schulgebäude schaffen. Es sollte ein Ort entstehen, der auch in Zukunft gute Bedingungen für Bildung bietet und nachhaltig wirkt“, so Lierenfeld. „Wenn die Schülerinnen und Schüler, die heute hier lernen, irgendwann ihre eigenen Kinder in Dormagener Schulen schicken, hoffe ich, dass sie mit Freude sagen können: Da bin ich zur Schule gegangen.“
Die Dimension des Bauprojekts zeigt sich auch an den zahlreichen Beteiligten. Rund 110 verschiedene Architektur-, Planungs- und Ingenieurbüros, Nachunternehmen, Gutachter, Sachverständige und weitere Partner waren an der Umsetzung beteiligt. Auf Seiten der Stadt arbeiteten rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen an dem Projekt mit – unter anderem aus Eigenbetrieb, Technischen Betrieben, Stadtplanung, Liegenschaften, Feuerwehr, evd, Vergabestelle, Bauaufsicht und Schulverwaltung. Zeitweise waren bis zu 100 Arbeitskräfte gleichzeitig auf der Baustelle im Einsatz.
Bürgermeister Erik Lierenfeld dankte allen Beteiligten ausdrücklich für ihren Beitrag zum Gelingen des Projekts. „Hier hat der Erfolg sehr viele Mütter und Väter“, sagte Lierenfeld. Besonders hob er die Arbeit des städtischen Eigenbetriebs hervor, der das Großprojekt über die rund 18-monatige Gesamtprojektlaufzeit hinweg gesteuert und dabei zahlreiche Beteiligte zusammengeführt habe. Sein besonderer Dank galt zudem der ALHO Systembau GmbH als Totalunternehmer. „ALHO war bei diesem Projekt nicht einfach nur unser Totalunternehmer. Wir hatten einen Partner an unserer Seite, der dieses Vorhaben mit hoher Professionalität, großer Verlässlichkeit und vor allem mit einem ausgeprägten Verständnis für die Anforderungen der Stadt und der Schule begleitet hat“, so Lierenfeld. Stellvertretend für die beteiligten Planungsbüros würdigte er zudem das Architekturbüro futur.drei Planer GmbH.
Zum Gesamtprojekt gehört auch die Neugestaltung der Sportanlagen auf dem Schulgelände. Bereits im Jahr 2024 wurde im ersten Bauabschnitt im östlichen Bereich des Geländes für rund 1,4 Millionen Euro ein neuer Sportplatz errichtet. Damit konnte die benötigte Fläche für den Neubau der Realschule geschaffen werden. Nach Fertigstellung der Schule stehen der Schulgemeinschaft nun zwei neue Sportanlagen zur Verfügung, die die beiden ursprünglichen und ebenfalls deutlich sanierungsbedürftigen Anlagen ersetzen.
Auch die Schulgemeinschaft war von Beginn an eng in die Planung einbezogen. Schulleiter Jörg Hustede und Lehrkräfte brachten ihre Erfahrungen und Anforderungen in den Planungsprozess ein. „Sie haben dieses Projekt nicht einfach begleitet, sondern mitgestaltet“, würdigte Lierenfeld das Engagement der Schule. Einen besonderen Dank richtete er auch an den ehemaligen Schulleiter Alois Moritz, der sich über viele Jahre für den Neubau eingesetzt hatte.
Für die Stadt Dormagen ist die Eröffnung zugleich der Abschluss eines Großprojekts. Dabei wurden unter anderem mehr als 60 Kilometer Schwachstrom- und über 82 Kilometer Starkstromleitungen verlegt. Hinzu kommen rund 4,5 Kilometer Lüftungsleitungen und 2,3 Kilometer Wickelfalzrohre.
Im Mittelpunkt der Eröffnung standen jedoch nicht die technischen Zahlen, sondern die Menschen, für die das Gebäude geschaffen wurde. „Am Ende bauen wir keine Gebäude um ihrer selbst willen. Wir bauen Schulen für junge Menschen, die hier lernen, Freundschaften schließen, sich ausprobieren, Erfolge feiern, aber manchmal auch schwierige Zeiten miteinander durchstehen“, sagte Lierenfeld.
Musikalisch gestaltet wurde die Eröffnungsfeier von Schülerinnen und Schülern der Realschule. Die Klasse 5d sang gemeinsam „Best Of Us“ von Nico Santos unter der musikalischen Leitung von Désirée Buttchereit. Sophie Weyh aus der Klasse 9a präsentierte „Treat You Better“ von Shawn Mendes, begleitet am Klavier von Peter Neufeld. Alexandra Herzog aus der Klasse 8c rundete die musikalischen Beiträge mit dem Lied „Ich wünsch dir“ von Sarah Connor ab.