Neue Talentförderung: Musikschule Dormagen setzt sehr auf Nachwuchsarbeit

Seit mehr als zwei Jahren bietet die Musikschule Dormagen die Studienvorbereitende Ausbildung (SVA) nach Empfehlungen des Verbands der Musikschulen (VdM) für talentierte Nachwuchsmusikerinnen und Nachwuchsmusiker an. Dieses Konzept hat sich erfolgreich etabliert. Ziel ist es, die Teilnehmenden bestmöglich auf eine Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule vorzubereiten. Bereits zwei Talente haben die SVA erfolgreich abgeschlossen. Diese Talentförderung möchte die Musikschule Dormagen jetzt ausweiten. Dafür hat sie nun auch für musikalisch sehr begabte Kinder und Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren eine Talentförderklasse ins Leben gerufen. Seit Oktober 2025 besuchen die drei Schülerinnen und Schüler Jinlin (15), seine Schwester Greta (13) und Cornelius (16) diese Klasse. Sie wird vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft gefördert.

Für die drei Nachwuchstalente spielt die Musik eine sehr bedeutende Rolle in ihrem Leben. „Am Klavier kann ich meine Gefühle sehr gut ausdrücken“, sagt Jinlin. „Oftmals setze ich mich direkt nach der Schule ans Klavier und spiele etwa 40 Minuten täglich zu Hause. So kann ich mich am besten entspannen. In der Vorbereitungszeit auf ,Jugend musiziert‘ war der zeitliche Umfang deutlich höher. Vor allem liebe ich es, klassische Stücke zu spielen.“ Jinlin hatte als Kind zunächst verschiedene Instrumente ausprobiert, bevor er sich als Sechsjähriger für das Klavier entschied. Seine Schwester Greta teilte schon als Kleinkind seine Begeisterung für das Tasteninstrument und liebte es, ihrem Bruder zuzuhören, wenn er spielte. „Dadurch ist auch meine Leidenschaft zum Klavierspielen geweckt worden“, berichtet sie. Mit fünf Jahren erhielt Greta den ersten Unterricht. „Das faszinierende am Klavier ist, dass es mit seinen 88 Tasten sehr vielseitig ist. Auch harmoniert es mit vielen Musikinstrumenten“, sagt die 13-Jährige, die zudem auch Geigenunterricht erhält. 

Dass Cornelius eine Leidenschaft für Musik und Musikinstrumente entwickelte, war ebenfalls wenig verwunderlich. Der heute 16-Jährige stammt aus einer musikalischen Familie, in der seit zwei Generationen alle Familienmitglieder ein Instrument spielen. Während der Grundschulzeit startete er mit Klavier, das er über Jahre spielte. Vor rund 15 Monaten entschied er sich dazu, ein völlig anderes Instrument auszuprobieren: die Posaune. Es zeigte sich schnell, dass er auch hierfür großes Talent besitzt. Darum wählte er nun auch die Posaune zu seinem Hauptfach in der Talentförderklasse. „Das Klavierspielen macht mir auch weiterhin Spaß, allerdings sehe ich mich nicht als Solist, sondern möchte gemeinschaftlich musizieren, etwa in einem Orchester. Da das Klavier eher solistisch eingesetzt wird, habe ich mich zu diesem Schritt entschieden“, erläutert Cornelius.  

„Ich unterstütze diese Entscheidung“, sagt Daniel März, „Cornelius hat in seiner bisher kurzen Unterrichtszeit große Fortschritte gemacht. Sein musikalisches Talent hat er – ebenfalls wie Jinlin und Greta am Klavier – bei der Aufnahmeprüfung bewiesen.“ Denn um an der Talentförderklasse teilnehmen zu können, müssen die Musikerinnen und Musiker zehn Minuten in ihrem Hauptfach vorspielen und ein Motivationsgespräch führen sowie eine Zwischenprüfung ablegen. „Ziel der Talentförderklasse ist es, Kinder und Jugendliche bestmöglich zu unterstützen, die später ein Musikstudium anstreben. Dieses kann beispielsweise in Studiengängen wie künstlerische Ausbildung, Instrumentalpädagogik, Lehramt, Toningenieur, Dirigat, elementare Musikpädagogik, Musiktheorie, etc. ausgeübt werden.

Im Rahmen der Talentförderklasse haben die Schülerinnen und Schüler jeweils einmal die Woche Unterricht im Haupt- und Nebenfach sowie Musiktheorie. Zudem beinhaltet die Talentförderung auch Ensemble, Kammermusik, Musikpädagogik, Musikmanagement, Musikproduktion, Veranstaltungsorganisation und Auftrittstraining. Denn einmal pro Quartal treten sie sowie die Schülerinnen und Schüler der SVA und ausgewählte Preisträger von „Jugend musiziert“ bei Talentkonzerten auf. Diese organisiert die Musikschule Dormagen nun zum ersten Mal. Dazu lädt sie für Freitag, 6. März, um 17 Uhr in die Kulturhalle ein. Der Eintritt ist frei. Weitere Konzerte werden am 6. Mai und 25. September folgen.

 

„Die Musikschulen werden bundesweit immer mehr mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Um dem entgegenzuwirken und gleichzeitig auch den Nachwuchs noch besser fördern zu können, haben wir die SVA und nun auch die Talentförderklasse in Dormagen initiiert“, erläutert Daniel März, Fachbetreuer der Talentförderklasse. „Wir unterstützen die Jugendlichen nach Kräften und begleiten sie auf dem Weg bis ins Studium – wenn sie mögen. Dabei erhoffen wir uns, eine langfristige Bindung aufzubauen und dass manche unserer Schülerinnen und Schüler nach dem Studium sich als mögliche Lehrkraft an unserer Musikschule bewerben.“ Dies könnte sich auch Greta vorstellen.

Informationen zur Talentförderklasse und der Studienvorbereitenden Ausbildung gibt es im Internet unter www.dormagen.de/musikschule, weitere Auskünfte gibt Daniel März per E-Mail unter daniel.maerz@stadt-dormagen.de.