Mit einer feierlichen Zeremonie ist die restaurierte Kapelle an der Heerstraße in Nievenheim wieder eingeweiht worden. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, das liebevoll restaurierte Kleinod erstmals in seinem neuen Glanz zu erleben. Die geistliche Segnung nahm Pastor Klaus Koltermann von der St. Pankratius Gemeinde in Nievenheim vor. Gemeinsam wurde ein Marienlied angestimmt.
Die Kapelle wurde 1952 von Eva Geisler aus Dankbarkeit für die erfahrene Hilfe der Gottesmutter Maria errichtet und 1953 feierlich eingesegnet. Sie erinnert bis heute an eine bewegende Familiengeschichte sowie an die schwierige Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Den Anstoß zur Restaurierung gab Robert Koch, der im April 2025 den Heimatfreunden Nievenheim-Ückerath beitrat. Sein erster Vorschlag war die Wiederherstellung der Kapelle.
Der Verein griff die Idee sofort auf und setzte sie gemeinsam mit zahlreichen Helferinnen und Helfern in die Tat um. Es wurden zunächst Bäume und Sträucher entfernt, anschließend die Kapelle gründlich gereinigt, das Dach saniert und die Außenanlage neugestaltet. Die Firmen Peter Hartmann, Fiedler, Dachdeckermeister Maximilian Esser und Marcel Koop unterstützten das Projekt mit ihren Arbeiten unentgeltlich. Weitere Arbeiten wie Malerarbeiten, Pflasterarbeiten, die Restaurierung der Marienfigur sowie die Bepflanzung übernahmen die Mitglieder der Heimatfreunde in Eigenleistung. Vor allem Adolf Mausberg sorgte mit viel Zeit und Herzblut dafür, dass die Kapelle wieder ein gemütlicher Ort zum Verweilen und Gedenken für alle Dormagenerinnen und Dormagener geworden ist.
Ein besonderer Gast der Kapellen-Einweihung war Wilhelm Geisler, der 91-jährige Sohn der Stifterin Eva Geisler. Er berichtete, dass er die schmiedeeiserne Eingangstür der Kapelle während seiner Lehrzeit als Schmied bei der Bundesbahn in Köln selbst angefertigt hat. Die Heimatfreunde freuten sich sehr, ihn bei diesem besonderen Anlass begrüßen zu dürfen. Zudem dankten sie der Familie Braun, den heutigen Nachkommen der Familie Geisler, die das Grundstück weiterhin für den Erhalt der Kapelle zur Verfügung stellt.
„Mit der erfolgreichen Restaurierung ist es gelungen, ein Stück Ortsgeschichte zu bewahren. Dies ist Denkmalschutz im wortwörtlichen Sinne“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld. „Damit haben die Heimatfreunde mit vielen Unterstützern und den Eigentümern ein großartiges Projekt – auch für die kommenden Generationen – auf die Beine gestellt. Heimat lebt vom Engagement der Menschen. Möge die Kapelle auch künftig ein Ort der Besinnung, der Erinnerung und der Begegnung sein.“
Das Innere der Kapelle können Interessierte fortan durch eine Glastür bestaunen. Eine Sitzbank, die für Spaziergängerinnen und Spaziergänger fest in Blickrichtung zur Kapelle platziert wurde, bietet zudem eine gute Möglichkeit des Innehaltens.
Bildhinweis:
Mit einer feierlichen Zeremonie durch Pastor Klaus Koltermann der St. Pankratius Gemeinde Nievenheim (3.v.r.) und Bürgermeister Erik Lierenfeld (r.) wurde die alte restaurierte Kapelle erneut eingeweiht. Mit dabei waren Prof. Dr. Willi Geisler und seine Frau Marita Geisler (auf der Bank sitzend), Heimatvereinsvorsitzender Manfred Fiedler (4.v.l.) und Restaurator Adolf Mausberg (2.v.r) sowie viele weitere Nievenheimerinnen und Nievenheimer, denen die Kapelle am Herzen liegt.