Der Gedenkstein „Göttlicher Salvator“ an der Bismarckstraße in Nievenheim erstrahlt in neuem Glanz. Am Mittwoch, 3. Juni, wurde das Denkmal nach einer umfassenden Aufwertung seines Umfeldes und der Restaurierung des Steins gesegnet und neu eingeweiht. Zahlreiche Beteiligte haben gemeinsam dazu beigetragen, die Erinnerung an ein bedeutendes Kapitel Nievenheimer Ortsgeschichte wieder stärker sichtbar zu machen.
Der Gedenkstein erinnert an den Mann, der im Jahr 1556 das Bildnis des „Göttlichen Salvator“ von Duisburg nach Nievenheim brachte. Die Salvatorfigur stammt aus der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert. Während des Bildersturms Mitte des 16. Jahrhunderts wurde sie aus der Duisburger Salvatorkirche nach Nievenheim gebracht, wo sie bis heute verehrt wird. Seit mehr als 450 Jahren pilgern Gläubige zur Salvatoroktav, die traditionell rund um Fronleichnam stattfindet. Eine Pilgeroktav ist eine traditionelle, meist achttägige bis zweiwöchige katholische Festwoche. In diesem Jahr dauert sie vom 3. bis zum 14. Juni. Neben zahlreichen Besucherinnen und Besuchern aus der Region kommen seit vielen Jahren auch größere Pilgergruppen unter anderem aus Wipperfürth, Köln und Düsseldorf nach Nievenheim.
„Der Gedenkstein erinnert an ein wichtiges Stück Nievenheimer Geschichte und an eine Tradition, die seit Jahrhunderten Menschen miteinander verbindet. Besonders freut mich, dass sich bei diesem Projekt so viele engagierte Bürgerinnen und Bürger, Vereine, die Kirchengemeinde und städtische Stellen eingebracht haben. Das Ergebnis zeigt, wie durch gemeinsames Engagement Geschichte bewahrt und zugleich das Ortsbild aufgewertet werden kann“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld bei der Einweihung.
Anstoß für die Umgestaltung gab Monika Demming-Pälmer. Im Zuge des Neubaus der Kindertagesstätte an der Kreuzkirche regte sie an, den bislang eher unscheinbar wirkenden Standort aufzuwerten und den Gedenkstein stärker in den Blick zu rücken. Die Technischen Betriebe Dormagen (TBD) koordinierten daraufhin gemeinsam mit mehreren Beteiligten die Umsetzung. Finanziert wurde die Restaurierung des Steins von der Steinmetzwerkstatt Davertzhofen.
Bei der Umsetzung wurde der Standort leicht angepasst, ein gepflasterter Zugang angelegt und die Umgebung neugestaltet. Die Heimatfreunde Nievenheim erarbeiteten eine Informationstafel zur Geschichte des Heiligen Salvators. Zudem stellte die Kirchengemeinde St. Pankratius eine Sitzbank zur Verfügung.
Pfarrer Klaus Koltermann betonte während der Segnung die besondere Bedeutung des Salvators für Nievenheim: „Die Salvatorverehrung prägt unseren Ort seit Jahrhunderten. Der Gedenkstein macht diese Geschichte sichtbar und erinnert daran, wie eng Glaube, Tradition und Gemeinschaft in Nievenheim miteinander verbunden sind. Ich freue mich, dass dieser Ort nun wieder die Aufmerksamkeit erhält, die er verdient.“
Mit der Restaurierung und Neugestaltung des Umfelds ist ein Gemeinschaftsprojekt entstanden, das nicht nur das Erscheinungsbild des Bereichs aufwertet, sondern zugleich an die lange Geschichte der Salvatorverehrung in Nievenheim erinnert.