Die Tafel Dormagen ist eine Erfolgsgeschichte. In den vergangenen Jahren ist die Institution enorm gewachsen und mittlerweile zu einem großen Verteilzentrum geworden, das mehr als 30 Tafeln im Umkreis von rund 50 Kilometern versorgt. 85 Personen – davon 65 Ehrenamtliche – kümmern sich hier um die Kundinnen und Kunden. Dabei geht es sehr familiär zu. Nun ist ein neuer Schritt geplant. Zusätzlich zur Tafel soll ein Sozialkaufhaus entstehen. Hier sollen günstige, gebrauchte Kleidung, Hausrat und Möbel angeboten werden. Bei einem Besuch der Tafel Dormagen informierte sich auch der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit von dem Erfolgskonzept. Denn rund 20 Prozent der Tafel-Kundschaft stammt aus dem Kölner Norden.
„Wir haben festgestellt, dass der Bedarf an günstiger Kleidung und Lebensmittel immer weiter steigt. Bei der hohen Inflation können sich immer weniger Menschen einen großen Einkauf im Supermarkt leisten. Darüber hinaus steigt das Interesse an Nachhaltigkeit bei Kleidung“, sagt Claudia Manousek, Leiterin der Tafel Dormagen.
Geplant ist ein Neubau eines zweigeschossigen Gebäudes mit einer Nutzfläche von circa 600 Quadratmetern. Dieses soll angrenzend an das jetzige Gebäude der Tafel Dormagen entstehen. Das Kaufhaus soll durch die Tafel Dormagen betrieben werden. Da die zu erwartenden Verkaufserlöse nicht ausreichen werden, um die Kosten für den Betrieb des Sozialkaufhauses (Personal- und Sachkosten) zu decken, wird der Tafel ein entsprechender Betriebskostenzuschuss gewährt.
„Für uns ist das ein guter Invest in die Sozialstruktur. Als Stadt liegt es uns sehr am Herzen, unsere Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen. Und zwar in allen Bereichen“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld.
Die Tafel hat die Mission Lebensmittel zu retten und armutsbetroffenen Menschen zu helfen. Zudem betreibt die Tafel bereits jetzt eine Kleiderkammer für günstige Kleidung und Sonderposten. Zukünftig soll das Angebot um Elektroartikel wie beispielsweise Waschmaschinen, Trockner und Kleinmöbel erweitert werden.
Bürgerinnen und Bürger können entsprechende Spenden dem Sozialkaufhaus anbieten. Nach entsprechender Prüfung durch das Sozialkaufhaus, ob es sich um Ware mit Wiederverkaufswert handelt, können die Gegenstände vor Ort abgegeben werden. Die zentrale Logistik und Freiwilligenkoordination erfolgen durch die Tafel Dormagen.
Die Eröffnung des Sozialkaufhauses ist für das Frühjahr 2028 geplant.
Hintergrund:
Die Tafel Dormagen ist 2005 von Claudia Manousek und mit zwölf Engagierten gegründet worden. Inzwischen werden die Tafel-Kunden von einem rund 85-köpfigen Helferteam mit Dingen des täglichen Bedarfs versorgt. Nachdem die Tafel immer weiter wuchs, benötigte sie ein größeres Domizil. Im September 2023 zog Manousek mit ihrem Team in den Neubau an der Bürger-Schützen-Allee.