Was möchte ich eigentlich mal werden? Diese Frage stellen sich viele Schülerinnen und Schüler. Die Frage lässt sich am besten beantworten, wenn man die Möglichkeit erhält, selbst in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern. Deshalb lud die Stadt Dormagen in dieser Woche zu zwei weiten Berufsfelderkundungen ein. Bereits der Auftakt im April war sehr gut angenommen worden. Jetzt besuchten insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler das zweitägige Angebot. Acht von ihnen lernten den Bereich Kultur- und Eventmanagement näher kennen, acht weitere nahmen an einem Kitaschnuppertag teil. Darüber hinaus absolvierten vier Jugendliche ein Tagespraktikum in verschiedenen Bereichen.
Zu Beginn des ersten Tages stand bei der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) das Eventmanagement im öffentlichen Raum im Fokus. Denn zu den vielfältigen Aufgaben der SWD zählt auch die Organisation der Stadtfeste und Wochenmärkte zur Belebung der Innenstadt. Nach einer kurzen Einführung ins Thema ging es deshalb auch direkt auf die Straße: Am Beispiel der Wochenmarkthändler, die am Dienstag ihre Geschäfte aufgebaut hatten, erlebten die Jugendlichen live, dass Stromversorgung, Rettungswege, Sicherheit und lokale Gegebenheiten bei der Veranstaltungsplanung eine wichtige Rolle spielen. Zurück im Historischen Rathaus planten die Neun- und Zehntklässler dann in Kleingruppen ein eigenes Event mit dem Auftrag, sich neben den Inhalten auch die geeignete Zielgruppe, Finanzierung, organisatorische Herausforderungen und Werbemaßnahmen zu bedenken. Am Ende standen drei individuelle Konzepte für einen Käse- und Genussmarkt, ein Kulturfest für alle Generationen mit öffentlicher Filmvorführung und ein Internationales Streetfood-Festival samt Mitmachaktionen.
„Die Schülerinnen und Schüler waren mit viel Interesse bei der Sache und haben sich kreativ ausprobieren können“, sagte Franziska Gräfe, Leiterin Unternehmensservice und Fachkräftesicherung bei der SWD, die gemeinsam mit Projektmanagerin Carolin Düster (SWD) den zweistündigen Workshop mit den Jugendlichen leitete. Ihr Tipp zum Abschluss: „Wer ins Eventmanagement möchte, sollte Kreativität, Organisationstalent und Spaß an der Kommunikation mitbringen.“
Nach dem Workshop bei der SWD ging es weiter ins Kulturhaus. Dort lernten die Jugendlichen das große Spektrum der Dormagener Kulturlandschaft kennen. Welche Instrumente kann ich in der Musikschule erlernen? Was macht die Volkshochschule? Was bietet die Stadtbibliothek so alles an? Diese und andere Fragen wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern beantwortet. Kultur-Amtsleiterin Anja Bezold begrüßte die Neuntklässler, ehe Claudia Schmidt (Stadtbibliothek), Christian Topp (Volkshochschule), Daniel März (Musikschule), Olaf Moll (Kulturbüro) und Tobias Plaz (Sportservice) ihre Einrichtungen vorstellten. Der Präsentationsrunde folgte der Praxisteil. Zusammen mit Kulturbüro-Leiter Olaf Moll entwickelten die Jugendlichen beispielhaft ein Kinder-Mitmach-Konzert von der ersten Idee bis zur finalen Nachbereitung. Sie lernten dabei, dass Vertrag, Bühnenanweisung und eine gründliche Vorbereitung zu den Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Veranstaltung gehören. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten auch Werbestrategien über Social Media, Zeitungen und Portale. Was am Veranstaltungstag vom Zuschauer-Einlass über das Künstler-Catering und die Technik bis zum Konzert zu beachten ist, wurde ihnen ebenso vermittelt wie die Schritte, die nach einem Event erfolgen.
„Das Interesse der sehr aufmerksamen Jugendlichen an unserer Kulturarbeit hat mich gefreut. Die Tür steht für Interessierte, die uns in einem Praktikumsabschnitt noch näher kennenlernen möchten, offen“, sagte Kulturamtsleiterin Anja Bezold.
Am zweiten Tag nutzten acht Jugendliche die Chance, ein Tagespraktikum in einer Kita zu machen. Dort lernten sie den Alltag in einer der städtischen Einrichtungen kennen und konnten sich so ein umfassendes Bild des Berufs als Erzieher oder Erzieherin machen.
„Viele Jugendliche wissen nach der Schule immer noch nicht genau, was sie eigentlich machen wollen. Auch haben sie noch nicht alle ihre Stärken entdeckt“, erläuterte Stefanie Joller, Recruiterin der Stadt Dormagen. „Doch mithilfe der Berufsfelderkundungstage erhalten sie nicht nur einen guten Einblick in verschiedene Berufsfelder, sondern merken auch schnell, was sie interessiert und was ihnen liegt. Das hilft dann im weiteren Prozess der Berufsfindung.“