Dormagen in der Römerzeit – das Buch zum Welterbe

Seit dem 27. Juli 2021 ist das Römerkastell Durnomagus als Bodendenkmal gemeinsam mit dem Niedergermanischen Limes von der UNESCO als Welterbe anerkannt. Nur fünf Wochen nach dieser historischen Entscheidung erscheint heute auch ein örtliches Begleitbuch zu dem neuen Welterbe. „Dormagen in der Römerzeit“ heißt der Band, den der Geschichtsverein Dormagen e.V. und die Untere Denkmalbehörde der Stadt mit Unterstützung durch das Archiv im Rhein-Kreis Neuss und die Sparkasse Neuss herausgeben.

„Dormagen hat eine lange römische Geschichte. Daher freue ich mich außerordentlich darüber, dass wir zu unserem Welterbe nun in kürzester Zeit bereits ein passendes Buch präsentieren können“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. „Wir möchten das Welterbe in Zukunft sichtbar werden lassen – im Rahmen von Ausstellungen, aber auch in Form dieses Buches, das die Leserin und den Leser mit auf eine spannende Entdeckungsreise in unsere Geschichte nimmt.“

Autor des Buches ist der Stürzelberger Archäologe Jost Auler. Er stellt hier nicht nur die Geschichte des Truppenlagers, die Ausbildung der Soldaten und Pferde, typische Speisen, die landwirtschaftliche Versorgung sowie das Leben im benachbarten Lagerdorf dar. Auch das römische Erbe im gesamten Stadtgebiet wird in dem Band geschildert – vom Nymphenheiligtum bei Gohr über die „villa rustica“ in Nievenheim bis zum Brandgräberfeld in Zons.

„Es ist ein spannendes Nachschlagewerk für alle, die sich für die Römer in unserer heimatlichen Umgebung interessieren. Auch die weiterführenden Schulen und die Stadtbibliothek werden deshalb in den kommenden Wochen mit diesem Buch ausgestattet“, sagte Lierenfeld bei der Vorstellung der Neuerscheinung.

Weitere Themen in dem Band sind zum Beispiel der Rheinverlauf zu römischer Zeit oder die Geschichte der Militärziegelei auf dem heutigen Gelände des Freibads „Römertherme“. „Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt klar auf der Darstellung der römischen Reiterei. So mussten die Soldaten unter anderem in der Lage sein, in voller Ausrüstung auf ein rennendes Pferd aufzuspringen“, erläutert Auler.

In Durnomagus war die „Ala Noricorum“ stationiert – eine Reitereinheit, die als schnelle Eingreiftruppe der Grenzbewachung diente. Ihre Befestigungsanlage entstand zunächst in Holz-Erde-Bauweise, später in Stein. Bis kurz vor 200 n. Chr. hat das Kastell bestanden, dann wurde die Reitereinheit verlegt. In der Spätphase des römischen Reiches bestand noch einmal ein kleines Eckkastell. Mit den Germaneneinfällen endete dieses Geschichtskapitel.

Das Buch „Dormagen in der Römerzeit“ umfasst 168 Seiten mit 120 farbigen Abbildungen. Es ist ab sofort im örtlichen Buchhandel erhältlich und kann beim Geschichtsverein bestellt werden.

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