Heimatpreis 2025: Zonser Märchenspiele e. V. sowie Britta und Christian Clemens gewinnen ersten Preis

Die siebte Auflage des Heimatpreises der Stadt Dormagen hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig und lebendig das Engagement für Heimat, Brauchtum und Gemeinschaft in Dormagen ist. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden am Dienstagabend, 3. Februar, im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Kulturhalle „Kulle“ geehrt. Für die musikalische Begleitung sorgte Michael Singendonk. 

„Heimat ist nichts Abstraktes – sie entsteht durch Menschen, die sich kümmern, Verantwortung übernehmen und mit Herzblut für ihre Orte einsetzen“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld. „Die heutigen Preisträgerinnen und Preisträger zeigen auf ganz unterschiedliche Weise, wie stark das bürgerschaftliche Engagement in Dormagen ist. Dieses Engagement verbindet Generationen, schafft Identität und macht unsere Stadt lebens- und liebenswert.“

Den ersten Preis teilen sich in diesem Jahr die Zonser Märchenspiele e. V. sowie Britta und Christian Clemens. Sie erhielten neben einer Urkunde jeweils ein vom Land NRW gestiftetes Preisgeld von 1.500 Euro für die Fortführung ihrer Arbeit.

Seit 1953 verwandeln die Zonser Märchenspiele die historische Altstadt von Zons Jahr für Jahr in eine Märchenstadt. Eingebettet in die mittelalterliche Kulisse aus Stadtmauer, Türmen und Schloss Friedestrom entstehen auf der Freilichtbühne fantasievolle Inszenierungen, die weit über Dormagen hinaus bekannt sind. Getragen wird dieses kulturelle Aushängeschild von einem starken ehrenamtlichen Fundament. Seit 2005 sind die Märchenspiele als gemeinnütziger Verein organisiert. Jury-Mitglied Wolfgang Göddertz sagte in seiner Laudatio: „Der erste Preis würdigt eine Tradition, die Gemeinschaft fördert, Fantasie und Geschichte verbindet und Zons als besonderen Ort erlebbar macht“

Ebenfalls mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurden Britta und Christian Clemens, die sich seit vielen Jahren gemeinsam für ihren Heimatort Horrem einsetzen. Christian Clemens ist Vorsitzender der 1995 gegründeten Interessengemeinschaft Horrem. Er engagierte sich unter anderem beim 850-jährigen Ortsjubiläum mit einer Buchveröffentlichung, wirkte in Stadtteilprojekten mit und trug zur Wiederbelebung des Horremer Marktes im Jahr 2025 bei. Britta Clemens ist die Verwalterin und „gute Seele“ der ehrenamtlich geführten Begegnungsstätte „Haus für Horrem“. „Britta und Christian Clemens zeigen eindrucksvoll, wie wichtig Menschen sind, die nicht nur Ideen haben, sondern auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – über Jahre hinweg, mit Ausdauer und Herz“, lobte Laudator und Jury-Mitglied Manfred Klein. 

Den zweiten Preis erhielten Sigrid Scheuß sowie der Heimat- und Geschichtsverein Gohr und Broich. Die Preisträger erhielten jeweils 1.000 Euro.

Sigrid Scheuß prägte über Jahrzehnte hinweg mit ihrem fotografischen Werk das Bild Dormagens. Seit den 1960er-Jahren in Dormagen lebend, begann sie früh damit, Landschaft, Menschen und das gesellschaftliche Leben fotografisch festzuhalten. Mit Bildbänden wie „Dormagen – Stadtlandschaft am Niederrhein“ schuf sie ein einzigartiges visuelles Zeitzeugnis der Stadtgeschichte. „Ihre Arbeiten bewahren Erinnerungen, dokumentieren Wandel und fördern die heimatliche Identifikation weit über Generationen hinweg“, betonte Laudatorin und Jury-Mitglied Sonja Kockartz Müller.

Der Heimat- und Geschichtsverein Gohr und Broich widmet sich seit vier Jahrzehnten der Erforschung und Vermittlung der lokalen Geschichte. Mit rund 70 Mitgliedern engagiert sich der Verein in Publikationen, Vorträgen, Führungen sowie zahlreichen Projekten im Ortsbild. Sichtbare Beispiele sind die Wiederaufstellung historischer Schwengelpumpen oder die Pflege bedeutender Erinnerungsorte. „Der Verein zeigt eindrucksvoll, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für den Erhalt unserer lokalen Geschichte ist und wie lebendig Heimat sein kann, wenn sich Menschen verantwortlich für sie einsetzen“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld während seiner Laudatio.

Die Landtagsabgeordnete Heike Troles vergab in diesem Jahr erstmals den Dormagener Unternehmenspreis für Heimatförderung. Ausgezeichnet wurde Heinz Lieven, der künftig auch Namensgeber des Preises sein wird. Mit der neuen Auszeichnung würdigt die Stadt das oft stille, aber unverzichtbare Engagement heimischer Unternehmerinnen und Unternehmer, die durch finanzielle Unterstützung oder handwerkliche Hilfe maßgeblich zur Heimatpflege beitragen.

Heinz Lieven, geboren 1948 und im Stadtteil Delhoven verwurzelt, zählt zu den profiliertesten Unternehmerpersönlichkeiten der Stadt. Mit dem Aufbau eines mittelständischen Firmenverbunds im Bereich der Personaldienstleistung, der zeitweise bis zu 600 Beschäftigte umfasste, steht sein Name für unternehmerische Tatkraft ebenso wie für hohe soziale Verantwortung. Über viele Jahre unterstützte er Vereine, soziale Einrichtungen und kulturelle Projekte großzügig – vom Sport über das Tierheim bis hin zum großen Stadtjubiläum 2025 – und prägte so das gesellschaftliche Leben nachhaltig.

Der Kinder- und Jugendpreis der evd, verliehen durch evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann, ging an den Schulverein der Salvatorschule Nievenheim. Mit vielfältigen Angeboten wie der Brauchtums-AG, Mitmachaktionen und der Vermittlung örtlicher Geschichte fördert der Schulverein schon bei den Jüngsten das Bewusstsein für Heimat und Gemeinschaft.

Der Heimatpreis ist eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Dormagen und des Landes Nordrhein-Westfalen. Alle Fotos der Preisverleihung sind online unter www.dormagen.de/fotogalerie abrufbar.