Die Mitglieder des Dormagener Stadtrates haben in der Ratssitzung am Donnerstag, 26. März, mehrheitlich den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Grundlage war der Entwurf, den der Verwaltungsvorstand Anfang Januar eingebracht hatte. In den folgenden Wochen wurde das Zahlenwerk in den Fachausschüssen intensiv beraten und im Hauptausschuss am 20. März abschließend diskutiert. Vor der finalen Abstimmung nahmen die Fraktionen in ihren Haushaltsreden ausführlich Stellung zu den Planungen.
„Die Verabschiedung dieses Haushalts ist ein starkes Signal für die Handlungsfähigkeit unserer Stadt. Es freut mich sehr, dass Dormagen zu den wenigen Kommunen in Nordrhein-Westfalen gehört, denen es trotz schwieriger Zeiten gelungen ist, einen ausgeglichenen Haushalt zu verabschieden“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. „Nichtsdestotrotz ist das kein Ruhekissen. Wir stehen vor enorm herausfordernden Jahren. Ohne zusätzliche Entlastung von Bund und Land stehen auch wir zukünftig vor dem finanziellen Kollaps.“
Der verabschiedete Haushalt weist – auch aufgrund von Sondereffekten – ein leichtes Plus in Höhe von 555.800 Euro aus. Die mittelfristige Finanzplanung sieht hingegen derzeit ein Defizit in Millionenhöhe für die nächsten Jahre vor. Im Rahmen der Haushaltsangelegenheiten stimmten die Ratsfrauen und Ratsherren auch mehrheitlich für den Stellenplan für das kommende Jahr sowie für die Wirtschaftspläne des Eigenbetriebs und der Technischen Betriebe.
Weiterhin haben die Ratsmitglieder mit Mehrheit die organisatorische und personelle Umsetzung des zweiten Pakets „Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit“ (S.O.S. 2.0.) entschieden. Geplant sind mehr Personal, längere Außendienstzeiten – unter anderem am Abend und Wochenende – sowie eine interne Neuordnung der Teams, um Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im Stadtgebiet insgesamt zu stärken.
Einstimmig entschied der Rat die Aussetzung der Terrassengebühren. Die Stadt Dormagen beabsichtigt zur Aufwertung der Innenstadt neue Gestaltungsrichtlinien für Außengastronomie, Warenauslagen und Werbeaufsteller umzusetzen. Um die damit verbundenen Investitionen für Unternehmen zu erleichtern, soll vom 1. April 2026 bis 31. März 2028 auf Sondernutzungsgebühren verzichtet werden.
Darüber hinaus entschieden die Ratsfrauen und Ratsherren, dass der „Gneisenauplatz“ vor allem mit Fördermitteln entsiegelt und aufgewertet werden soll. Auf Anregung des Bürgers Heinz Pankalla soll der Platz zwischen Gneisenaustraße und Bahnhofstraße nach dem Umbau in Margot-Friedländer-Platz umbenannt werden. Zusätzlich wurden vom Stadtrat Richtlinien erlassen, wie zukünftig mit Bauanträgen im Zuge des Bauturbos der Bundesregierung umgegangen werden soll.
Weiterhin traf der Rat wichtige Entscheidungen für Dormagener Vereine: Zum einen stimmte er mehrheitlich dafür, der Karnevalsgesellschaft Ahl Dormagener Junge von 1979 e.V. sowie dem Bürger-Schützen-Verein Dormagen e.V. von 1867 zur Errichtung einer Wagen- und Fackelbauhalle einen Zuschuss von 90 Prozent zu den Projektkosten, aber max. 246.000 Euro zu gewähren. Zum anderen entschieden sie mit Mehrheit, die Umkleiden auf der Sportanlage in Zons umfangreich zu sanieren.
Der Rat hat sich zudem mehrheitlich für die Einführung der „Olympiainitiative – Förderung des Leistungssportes“ sowie für die Erarbeitung eines Sportentwicklungsplans ausgesprochen. Ziel der Olympiainitiative ist es, den Leistungssport vor Ort gezielt zu stärken. Dafür sollen jährlich 150.000 Euro bereitgestellt werden: 100.000 Euro gehen an die Handball GmbH des TSV Bayer Dormagen 1920 e. V. zur Unterstützung von Ausbildung, Kaderarbeit und Spielbetrieb, weitere 50.000 Euro sollen auf Grundlage einer noch zu erarbeitenden Förderrichtlinie anderen Leistungssport-Akteuren zugutekommen. Zudem ist vorgesehen, allen Dormagenerinnen und Dormagenern bis 18 Jahre freien Eintritt zu den Heimspielen des TSV Bayer Dormagen zu ermöglichen. Mit dem ebenfalls beschlossenen Sportentwicklungsplan wird die Verwaltung beauftragt, das Sportverhalten der Bürgerinnen und Bürger systematisch zu analysieren, mit dem vorhandenen Angebot an Sportstätten abzugleichen und darauf aufbauend konkrete Maßnahmen für die zukünftige Entwicklung des Sports in Dormagen zu erarbeiten.
Die nächste Ratssitzung findet am Dienstag, 19. Mai, um 17.30 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses statt.