Tag des offenen Denkmals bot spannende Einblicke in Dormagens Geschichte

Trotz des Dauerregens haben zahlreiche Gäste beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, die Gelegenheit genutzt, in die Geschichte Dormagens und seiner Bauwerke einzutauchen. „Denkmalschutz bedeutet nicht nur, historische Gebäude zu erhalten. Es geht auch darum, die Geschichten dahinter lebendig zu halten. Der Tag des offenen Denkmals bietet eine besondere Gelegenheit, bekannte Orte einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und Neues zu entdecken“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld bei der Eröffnung, die erstmals in der Nievenheimer Wallfahrtskirche St. Pankratius stattfand.

Norbert Grün vom Kirchenvorstand bot dem interessierten Publikum dort nicht nur einen spannenden Einblick in das Gotteshaus, das sich besonders durch seine kostbare Innenausstattung mit den barocken Hochaltären auszeichnet. Er informierte ebenso über die anstehende Sanierung der Marienkapelle auf dem Kirchplatz. Das kleine Gotteshaus, in dem zeitweise auch die Salvatorverehrung stattfand, erhält altersbedingt neue Fenster, die sich seiner Bauform besser anpassen. Auch das Dachtürmchen muss instandgesetzt werden. Buchstäblicher Höhepunkt der Führung war eine Besichtigung des Kirchturms.

Im Kloster Knechtsteden waren rund 50 Gäste dabei, als um 12 Uhr der Deutz-Dieselmotor aus dem Jahr 1929 in den historischen Klosterwerkstätten wieder zum Leben erwachte. In Zons gehörten Rheinturm und Rheintorkapelle, das Burggelände, die Mühle, das Falknereimuseum und der Luftschutzbunker an der Schloßstraße zu den beliebtesten Zielen. In Gohr lud Manfred Stefer zu einer Führung durch St. Odilia ein. Eng unter ihre Regenschirme geduckt, erlebten einige Gäste auch die Führungen über den Nievenheimer Friedhof und die Dormagener „Kö“.

Im Römerkeller an St. Michael schlüpfte Udo Hentrich, Vorsitzender des Geschichtsvereins, in die Rolle eines römischen Veteranen, der am Ende seines Lebens auf den Militärdienst im Reiterkastell Durnomagus zurückschaut. Der Vortrag bot nicht nur viele historische Informationen. In sprachlich packender Form webte Hentrich hier auch römische Philosophie in Verbindung mit heutigen Herausforderungen und eigenen Lebenserkenntnissen ein. Das Publikum reagierte begeistert. „Allen ehrenamtlich Mitwirkenden und den Eigentümerinnen und Eigentümern, die ihre Gebäude geöffnet haben, gilt ein großer Dank“, sagte Erik Lierenfeld.