Mit Organisation und Herzblut: Stephan Gödderz führt Delhoven durch den Frühjahrsputz

Am Samstag, 7. März, findet in Dormagen erneut der stadtweite Frühjahrsputz statt. Im Stadtteil Delhoven trägt seit mehr als zwei Jahrzehnten Stephan Gödderz die organisatorische Verantwortung – und sorgt dafür, dass aus einem festen Termin im Kalender ein gelebter Gemeinschaftstag wird.

Wenn Müllsäcke verteilt, Greifzangen ausgegeben und Sammelrouten abgestimmt werden, laufen bei dem 60-Jährigen die Fäden zusammen. Seit 2004 koordiniert er die Aktion im Ortsteil. „Ich sorge dafür, dass jeder weiß, wo er gebraucht wird – und dass am Ende alles reibungslos läuft“, beschreibt Gödderz seine Rolle. Sein Engagement begann auf Initiative des damaligen Schützenvereinsvorsitzenden des BSV Delhoven, Fred Dahmen, der ihn bat, die Aufgabe vom Revierförster Theo Peters zu übernehmen.

Die Wurzeln der Aktion reichen jedoch noch weiter zurück: Bereits 1994 rief der Hegering – ein örtlicher Zusammenschluss von Jägerinnen und Jägern, der sich unter anderem um Natur- und Landschaftspflege kümmert – die „Aktion sauberes Revier“ ins Leben. Daraus entwickelte sich später der „Sauberhafttag“, der heute als Frühjahrsputz bekannt ist.

Was Stephan Gödderz bis heute motiviert, ist weniger die Organisation als die Begegnung: „Man kommt ins Gespräch, arbeitet Seite an Seite und sieht am Ende ganz deutlich, was man geschafft hat.“ Dabei schätzt er bewusst den unkomplizierten Charakter der Aktion. „Das Erfolgsrezept ist: nicht zerreden, sondern machen.“

Im Fokus stehen jedes Jahr vor allem die Straßenränder entlang der Landstraßen. Zwar wird nach Karneval vieles sorgfältig beseitigt, doch im Laufe der Monate sammelt sich erneut Abfall an – insbesondere dort, wo er achtlos aus Fahrzeugen geworfen wird. Dass die Helferinnen und Helfer dabei mit ganz unterschiedlichen Fundstücken rechnen müssen, zeigt ein besonders kurioser Fall aus den vergangenen Jahren: „Wir haben einmal ein Nummernschild gefunden, das noch zugelassen war – inklusive gültigem TÜV“, berichtet Gödderz. Solche Entdeckungen sorgen zwar für Gesprächsstoff, verdeutlichen aber auch, wie notwendig der Einsatz ist.

Gödderz selbst ist dabei nicht nur Koordinator, sondern packt selbstverständlich mit an. Der dreifache Vater und Erste Vorsitzende des BSV Delhoven, der in Kürze sein 100-jähriges Bestehen feiert, versteht den Frühjahrsputz als Gemeinschaftsleistung. Die Zusammenarbeit mit der Stadt, den Vereinen und den Entsorgungsbetrieben funktioniere verlässlich. „Ohne dieses Zusammenspiel geht es nicht. Jeder weiß, was zu tun ist.“ Besonders hebt er die Unterstützung durch die EGN sowie die enge Kooperation mit dem Ersten Geschäftsführer des BSV Delhoven, Jens Venn, hervor.

Für Gödderz ist der Aktionstag weit mehr als eine Müllsammelaktion. „Wenn Eltern und Kinder gemeinsam losziehen, dann entsteht etwas, das über das Saubermachen hinausgeht.“ Viele der Beteiligten engagieren sich auch in anderen Vereinen des Stadtteils. „Wer hier mithilft, bringt sich oft auch an anderer Stelle ein – das ist ein starkes Zeichen für Delve.“ Ohne diese Zusammenarbeit, ist er überzeugt, „wäre unser Stadtteil um einiges ärmer.“

Traditionell endet der Vormittag ab 12 Uhr mit einer gemeinsamen Erbsensuppe – ein fester Treffpunkt für Austausch und Dankeschön. Die größte Herausforderung sieht Gödderz dennoch darin, die Motivation jedes Jahr neu zu entfachen. „Man muss die Menschen immer wieder daran erinnern, wie viel wir gemeinsam bewegen können.“ Gleichzeitig weiß er: „Es gibt einen festen Kern, auf den ist seit Jahren Verlass.“

Auch wenn er die Organisation noch einige Jahre weiterführen möchte, richtet Stephan Gödderz seinen Blick bereits nach vorn. Für ihn steht fest: Der Frühjahrsputz lebt vom Mitmachen – und davon, dass Verantwortung für den eigenen Stadtteil immer wieder neu übernommen wird, auch in der Organisation selbst.