Salamander-Pärchen ist im Tierpark Tannenbusch eingezogen

Feuersalamander sind in Deutschland eine stark gefährdete Tierart. Zwei Gründe dafür sind der Chytridpilz und der verwandte Bsal, auch „Salamanderpest“ genannt. Tiere, die sich mit einem dieser Pilzkrankheiten infizieren, sterben oftmals an den Folgen. Um dem entgegenzuwirken, unterstützt der Tierpark Tannenbusch die Tierschutzorganisation Citizen Conservation bei der Züchtung von Feuersalamandern, um die Population wieder zu erhöhen. Deshalb ist jetzt ein Feuersalamander-Pärchen in ein Terrarium am Betriebshof eingezogen. Die Gestaltung der darüber angebrachten Infotafel übernahm der im Tannenbusch ansässige Waldkindergarten Dormagen e.V.

Die beiden Salamander sind Jungtiere, die 2023 und 2024 geboren wurden. In der Natur können die Amphibien circa 20 Jahre alt werden, in Gefangenschaft sogar doppelt so alt. Die Tiere sind heimische Tiere, sind überwiegend nachtaktiv und ernähren sich von Insekten und Würmern. Die Insekten werden zum Teil in einem Insektenhaus vorab mit Obst gefüttert, damit die Salamander auch direkt Nährstoffe und Vitamine aufnehmen. Einmal pro Woche werden die Tiere gefüttert. 

Die Idee, das Erhaltungszuchtprogramm von Feuersalamandern zu unterstützen, stammt von den beiden Auszubildenden Lisa-Marie Budell und Steffen Hüsgen. Tierpflegemeister Deniz Schünke unterstützte den Vorschlag und nahm Kontakt zum Schutzverein auf. „Das ist gelebter Tierschutz, wie er sein sollte. Als zoologische Einrichtung ist es unser Ziel, Arten zu erhalten und Populationen zu erhöhen.“

Zum Start des Projekts informierten sich die Auszubildenen sowie Jahrespraktikantin Hannah Griese über die Tiergattung, deren Lebensraum und Versorgung. Im Anschluss übernahmen sie die Einrichtung des Terrariums und sorgten für einen möglichst naturnahen Lebensraum. Dabei wurden alle Einrichtungsgegenstände und -materialien zuvor desinfiziert und teilweise gebacken, um einem möglichen Pilz vorzubeugen. In dem Terrarium befinden sich Kieselsteine, kleinere Felsbrocken, Laub, Totholz und eine kleine Wasserstelle.

Sollte die Züchtung erfolgreich sein und die Salamander sich gepaart haben, wird das Weibchen in dem Wasserbecken die Larven ablegen. Denn Feuersalamander gebären ihren Nachwuchs in freier Wildbahn in Bachoberläufen oder Tümpeln. Anschließend wird das Wasserbecken mit den Larven der Zuchtorganisation übergeben. Er sorgt für bestmögliche Rahmenbedingungen für die Nachzucht, um die Entwicklung der Salamanderlarven positiv zu unterstützen. Pro Mal bringt das Weibchen zwischen 16 und 50 Larven zur Welt. Ist der Nachwuchs alt genug, werden die Tiere von der Organisation in ganz Deutschland ausgewildert. Im Tannenbusch wird lediglich das Salamander-Pärchen bleiben, eventuell könnte zukünftig noch ein weiteres Pärchen einziehen.   

Die Zuchtunterstützung ist ein weiteres gutes Beispiel für das Konzept des Dormagener Tierparks. „Somit können wir unsere Artenvielfalt erweitern und sind stolz, nun von jeder der fünf Haupttierklassen, mindestens eine Art im Tannenbusch zu beherbergen“, sagt Schünke. Denn neben den Säugetieren, Vögeln, Fischen und Reptilien gibt es mit den Feuersalamandern nun auch Amphibien im Dormagener Tierpark.

Im Tannenbusch leben rund 150 Säugetiere und weit mehr als 50 Wasser- und Hühnervögel. Dazu zählen unter anderem Enten, Schweine, Ziegen, Schafe und Esel sowie Hirsche, Rehe, Luchse, Waschbären, Vikunjas und Pferde, aber auch Greifvögel. Der Tierpark Tannenbusch wird von der Stadtbad- und Verkehrsgesellschaft Dormagen betrieben. Alle Tiere – bis auf die Salamander – sind Eigentum der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. 

Wer den Tierpark Tannenbusch besuchen möchte, kann dies täglich von 8 bis 20 Uhr machen. An Sonn- und Feiertagen wird eine Parkplatzgebühr von 3 Euro erhoben. Der Eintritt in den Tierpark ist kostenlos.